Passat – Trade Wind – Handelswind.

Passat – Trade Wind – Handelswind.
Wegen seiner Beständigkeit wurde und wird der Passat von Segelschiffen zur zügigen Überquerung der Ozeane genutzt. Das traf in besonderem Maße zur Zeit der Segelschiffe zu, die aufgrund von Rahsegeln nur mühsam gegen den Wind kreuzen konnten und bei seitlichen oder achterlichen Winden deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielten. Bis heute legen Segler ihre Route wegen der gut vorhersagbaren Windrichtungen gerne in die Passatregionen. Obwohl sich dadurch in aller Regel die zu segelnde Strecke verlängert, verkürzt dies durch die Ausnutzung der Passatwinde die Fahrtzeiten.
Quelle ; Wikipedia.

Auch die Segelschiffe der heutigen Zeit , Yachten genannt, mit dem man zum „Vergnügen oder aus Abenteuerlust segelt
beachten in aller Regel die Passatwinde.


Müssen es auch zwangsläufig , den ohne Beachtung geht kommt man nicht weit.
Wir segeln zur Zeit im Nord – Ost Passat von den Kanarische Inseln nach den Kapwerden und weiter nach Brasilien.

Ein beständiger Wind mit Windstärken zwischen 4 und 6 Bft und einer Wellenhöhe bis zu 6 m. Nicht immer einfach für kleine Segelboote, aber er bringt uns zum Ziel, eine Konstante !
Leider soll sich der Passatwind ,wie man hört,  durch die
Erderwärmung verstärkt haben und nicht mehr so zuverlässig wehen?
Wir müssen damit klaglos leben, denn ändern können wir nichts.

São Vicente nach São Nicolau und Santiago

Von São Vicente nach São Nicolau und Santiago
Die Inseln Santo Antão, São Vicente, Santa Lucia, Branco, Raso, Sal, Boavista und SãoNicolau gehören zur Gruppe der Barlaventos, die Inseln über dem Wind. Windward Group.
Die Inseln Maio, Fogo, Brava und die grösste Insel Santiago gehören zur Gruppe der Sotaventos, die Inseln unter dem Wind.
Leeward Group.
Von Mindelo, São Vicente sind es ca 70 sm nach São Nicolau.
Die Distanz können wir nicht in 10 Stunden schaffen, bereiten uns also vor, den Ankerplatz im Dunkeln zu finden.
So kommt es auch.Zwei Versuche, doch der Anker hält nicht. Warten bis zum frühen Morgen. Bei Tageslicht geht alles leichter,
erster Versuch , der Anker hält!


Zuerst zur Policia Maritima, alles schnell erledigt.
Hier bleiben wir drei Tage, die Insel ohne
Besonderheiten, mit einer Ausnahme; es ist Karneval.

Doch die Wanderwege sollen sehr schön sein.
Erholen uns aber erst einmal von der Passat-Segelei.Doch dann heisst es wieder Anker auf.
Jetzt den Kurs abstecken nach Santiago, der grössten Insel.
Um 9°° wird der Anker gelichtet und mit kleiner Besegelung geht es los. Es ist zwar schachwindig, aber ausserhalb der Insel-
Abdeckung werden es schnell mal 5-6 Bft.
Ja, wie gehabt, plötzlich 6Bft, es geht vorwärts, die See wieder rauer und Oliver unser Tramper, wieder Seekrank.
Der Tag und die dunkele Nacht vergehen, kein Mond und die Sterne leuchten nur schwach.
Doch bald sehen wir die ersten Lichter der Insel, die Stimmung steigt, als auch noch die Sonne erscheint.

Die Insel im ersten Sonnenlicht.

Gegen Mittag laufen wir in die Bucht ein, genannt Porto da Praia.

Fallen Anker auf 6 m Tiefe mit 60 m Kette, sicher ist sicher.
Wir besuchen wieder die Policia Maritima und sind nun offiziel hier.
Unser erster Eindruck, es ist die afrikanische aller Inseln. Hier ist Schwarz – Afrika!
Natürlich auch bedingt durch den früheren Sklavenhandel. Die Leute  aber recht freundlich, man hört oft „bom dia.
Den Gemüsemarkt besucht, eingekauft und gestaunt über das für uns ungewohnte Treiben. Ja das Leben läuft hier anders ab.
Auch hier ist Karneval im Gange, gehört mit zu den höchsten Feiertagen. Am Aschermittwoch ist alles geschlossen.!

 

Heute, am zweiten März, sind wir wieder mit dem Aluguer unterwegs.Wir wollen den ersten Ort, der auf der Insel gegründet wurde, besuchen.
Cidade Velho, oder wie es heute heisst, Ribeira Grande, die erste Haupstadt der Insel.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser zweiter Ausflug bringt uns nach Tarrafal, zum Norden der Insel Haben dieses Mal ein Taxi genommen, mit dem Aluguer geht es zu langsam. Wir haben einen wunderschönen Strand vorgefunden. Konnten wir bei der Ankunft nicht anlaufen, geht nur bei ruhigem Wetter. Es ist auch ein Ankerplatz, trotz dem Namen Porto do Tarrafal.


 

 

Fliegende Fische

Etwas habe ich ganz vergessen;   Fliegende Fische

Fliegende Fische können nicht wie Vögel aktiv fliegen. Sie katapultieren sich mit einem Sprung aus dem Wasser und segeln kurze Strecken im Gleitflug über die Wasseroberfläche. Die weitesten Flugstrecken erreichen die Fische, wenn sie sehr nahe über und parallel zur Wasseroberfläche durch die Luft gleiten: In einer Höhe von 1,5 Meter gleitend können die Fische über 30 Sekunden lang in der Luft verweilen und dabei Distanzen von bis zu 400 Metern zurücklegen. Die durch die Aerodynamik begründeten Flugleistungen sind vergleichbar mit denen von Vögeln. Gelegentlich erreichen sie bei ihren Gleitflügen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und Flughöhen von bis zu fünf Metern, so dass sie manchmal in niedrige Boote geraten.Das Gleiten durch die Luft wird im Allgemeinen als Fluchtverhalten vor Fressfeinden gedeutet.  Quelle: Wikipedia

Wir hatten schon mehrere an Bord, die ersten so klein wie Libellen, jetzt haben wir schon grössere an Bord gehabt. Eine Mahlzeit ist es aber immer noch nicht. Aber spannend schon, wie sie im Gleitflug vor uns reisausnehmen. Nur fotografieren ist nicht so einfach.Wir versuchen es weiter.

Ilha de Santo Antão

Ilha de Santo Antão.

Die Nachbarinsel von Sao Vicente ist die Insel Santo Antão.  Mit unserem Boot können wir die Insel nicht anlaufen. Es gibt keine geschützten Ankerplätze und Häfen sowieso nicht. Also nimmt man die Armas Fähre und lässt sich für wenige Escudos rüber fahren. Die Überfahrt dauert eine Stunde und kostet  8oo.- Escudos-8 €. Bei der Ankunft wird man von Aluguer umringt, jene Taxis, von denen ich schon mal geschrieben habe. Jeder will uns nach irgendwohin mitnehmen.!

 

Vom Hafen  Porto Novo aus ist unser erstes Ziel Vila das Pombas, das Dorf der Tauben, In der Region Paūl. Liegt noch an der Küste, die Region aber ist schon Hochgebirge.

Ein anderer Aluguer bringt uns später nach Cabo Ribeira Paûl.

Die Srasse, die nach oben führt, ist mehr ein in den Fels gehauener Saumpfad, denn Strasse.  Nach einer Stunde sind wir oben, bezahlen dafür 700.- Escudos – 7.- € ! Das Erlebnis ist nicht bezahlbar. Hier in dem Pueblo werden wir Übernachten, machen unsere Wanderung aber schon heute, es  ist noch früh am Tag. Margrit sagt Wanderung dazu, ich sage ; wir klettern, Punkt.

Vorbei an Zuckerrohrplantagen, Gemüsegärten für die Selbstversorger, ja sogar Kaffee wird hier angebaut. Die Ernte, je nach Jahr 10 bis 20 Tonnen, soll der drittbeste Kaffee auf der Welt sein. Alles Handarbeit und ohne Chemie.

Nicht vergessen natürlich, die grossartige Landschaft. Am nächsten Tag wieder runter, aber wie? Sonntag, kein Mensch arbeitet, die Aluguer auch nicht.

Dann tauchen wie aus dem Nichts noch zwei Holländer mit Kleinkind auf, gerettet. Mit fünf Personen lohnt die Fahrt, alles klar!

Eine Nacht bleiben wir in Ponta do Sol an der Küste, dann geht es zurück zur Fähre, natürlich mit dem Aluguer.

Mindelo, Sao Vicente

Mindelo, Sao Vincente, 12. 2 .2017

Haben es also geschafft, die letzten Meilen liegen im Kielwasser. Alle freuen sich, die Lichter in der Ferne zu sehen.
Können aber noch nicht in den Hafen einlaufen. Keine Richtfeuer, keine Bojen und viele unbefeuerte Wracks
sollen im Hafen liegen.
Drehen bei und warten auf den neuen Tag.
Endlich wird es hell und wir können in die grosse Bucht einlaufen.
Nur sehr wenige Ankerlieger sind dort und wir finden schnell einen Platz.
Fallen Anker und 60 mtr. Kette rauschen aus, starker Schwell und oft böige Winde benötigen eine lange Kette.
Erst eimal ausschlafen und heute ist erst noch Sonntag.
Will heissen, die Behörden haben geschlossen. Einklariert wird erst morgen, der Sonntag ist heilig.
In der Policia Maritima und Policia Fronteira werden Visas
erstellt und Pässe gestempelt. Allerdings sehr entspannt, entgegen unseren Befürchtungen.
Mit Sao Vicente muss man sich erst anfreunden, ist Schwarz -Afrika, doch stark portugiesisch geprägt, mein erster Eindruck.
Wir gehen auf Entdeckungstour. Die Strassen rauf und runter, links und und rechts.

Spannend wird es aber erst am späteren Nachmittag, wenn die Strassenhändler erscheinen, hier haben die Frauen das Sagen.


Die Männer spielen Karten oder ein Würfelspiel, hängen rum!


Unser erster Ausflug mit dem Sammeltaxi, genannt „Aluguer.
Mini Busse mit sozialem Charakter. Haben feste Preise, jeder Bus hat seine Route, aber keinen Fahrplan.

Fahren ab, wenn ein paar Leute im Busse sitzen. Unterwegs werden alle mitgenommen, die den Busse stoppen.
In der Regel haben 12 Personen Platz, es können aber auch 20 werden.
Dann muss zusammen rücken, Haut nah.

 

 

 

Mütter steigen mit ihren Einkäufen dazu, die brauchen Platz.Dann werden Kleinkinder nach hinter weitergereicht.Plötzlich hatte ich so einen Burschen in den Armen. Total erkältet, mit Schnuddernase und todmüde. Seine Kekse aber krampfhaft festhaltend, man weiss ja nie. Dass mit der Nase war schnell geregelt, die Nachbarin mit einem Tuch hat es erledigt.Der Bus fährt weiter, über Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster.Die Bandscheiben sind in Gefahr.

Der hoffnungsvolle Nachwuchs der Cabo Verdense, inzwischen im Tiefschlaf. Muss ihn und auch die Kekse gehörig festhalten, es schaukelt und rumpelt.
Ich schau ihn mir genauer an, braune Haut, gleichmässige Gesichtszüge und sehr lange Wimpern.
Jedes Mädchen wäre neidisch.
Dann schätze ich sein Alter, anderthalb bis höchstes zwei Jahre, und denke, hoffentlich ist der dicht!
Ist er nicht, meine Hose und mein Knie werden Nass. Ja, ja aber die Hose hätte sowieso gewaschen werden müssen.
Wenn einer eine Reise tut………

Las Palmas nach Cabo Verde

An die geneigten Leser unseres Blogs.
Zeitraum 22. 12  2016 – 11 Februar 2017.
Aus der Schweiz zurück nach Fuerteventura ( Kanarische Inseln) sind wir weitergesegelt nach Las Palmas auf Gran Canaria. Stürmische Tage erwarten uns.
Der Hafen voll besetzt, die erste Überraschung.
Das bedeutet ankern im schon vollen Ankerfeld.
Wir sind auf der Warteliste!
Ankern bei stürmischer Brise bedeutet eine Schaukelei ohne Ende.
Es sollten zwei lange Wochen werden, dabei hatten wir unserer Tochter, die zu Besuch kommen wollte, schönes Wetter versprochen.
Immer mit dem Dinghi an Land, eine nasse Angelegenheit.
Dann endlich ein Platz im Hafen, doch der Motor springt nicht an. Wasserschlag.!!!
Zum Glück, ein deutscher Dieselfachmann schnell gefunden,
Motor läuft wieder.
Doch es sollte noch zwei Mal passieren, der Grund, der sogenannte Schwanenhals war defekt.
Jetzt wieder alles OK.
Endlich, die letzten Planungen und Vorbereitungen für unser erstes Ziel außerhalb Europas sind gemacht.

           ARQUIPELAGO DE CARBO VERDE

die Kapverdischen Insel im Nord -Atlantik vor der Küste Afrikas.
Es ist Afrika, keine europäische Aussenstation!
Man sagt auch, Afrika für Anfänger.
Aber noch sind wir nicht da, liegen doch 800 sm zwischen Las Palmas und Sao Vincente, unser erstes Ziel.
Die Passatsegelei ,eine Herausforderung. Es weht zwar ein beständiger Wind aus NE mit 5 -6-Bft der hat es aber in sich.
Wir haben keine Passatsegel, stellen daher den Grossbaum und Besanbaum quer zum Schiff. Geht bestens.
Ob mit oder ohne Passatsegel, die Schaukelei ist anstrengend.
15°  nach Steuerbord, 15° nach Backbord , ohne Ende.
Das Essen auf den Tisch zu bringen, eine artistische Leistung.
Nichts, aber auch nichts ,bleibt länger als eine Sekunde an der gleichen Stelle. Selbst im Schlaf muss man sich noch festhalten, verkeilen,  eine Hilfe sind die Leesegel.Währen ich den Bericht schreibe, liegen noch zweihundert Seemeilen vor uns.Von den Inseln später, Margrit und Dieter