St. Kitts & Nevis

St. Kitts & Nevis

Beitrag erstellt von Margrit mit Fotos.

 

                                                                       Oh Land of Beauty

Auch dieser Inselstaat hat eine leidvolle Geschichte hinter sich.  Schon bevor Christoph Kolumbus auf seiner 2. Reise 1493 die Inseln entdeckte, verdrängten sich die Völker stetig.

Im 17 Jahrhundert waren es dann die Briten, Franzosen und Spanier. Die Schlachten um die lukrative Zuckerkolonie sicherten sich endgültig 1783 die Briten. Verdeidigung war noch Jahrzente nötig.   Ab 1967 wurde St.Kitts, Nevis und Anquilla, das damals noch dazugehörte, autonom.          1983 Monarchie, Staatsoberhaupt ? natürlich Königin Elisabeth II.  Amtssprache ist englisch. 

Britisches Rechtssystem wie auf allen anderen britischen Inseln, ausser das Gesetz der Todesstrafe. Hohe Kriminalität und höchste  Tötungsdelikte veranlasste die Regierung die Todesstrafe wieder vollstrecken zu lassen, als Abschreckung. Ein Urteil wurde vollzogen, allen anderen Einsprüchen wurde stattgegeben.

Auch heute noch gilt St.Kitts & Nevis als gefährlich. Wohlhabende schützen Haus und Besitz. Sei es mit Mauern, Gittern wie auch mit Hunden. Betriebe, Banken haben stets einen Wachmann mit Funk vor der Türe.

Bis 1970 war Zuckeranbau und Verarbeitung der wichtigster Wirtschaftszweig, dann kam die grosse Krise. Tourismus ist angesagt, das reicht aber bei weitem nicht, die grosse Arbeitslosigkeit zu senken.

Zum ersten Mal in der Karibik sehen wir hier auch betrunkene, bettelnde, lärmende ab und an traurige am Boden sitzende armselige Leute. Am Fährhafen an den Kneipen ganze Tische leerer Bierflaschen, rundherum Betrunkene. Zwischendurch ein Tisch mit friedlichen Domino Spielern. Ein paar hundert Meter weiter scheint alles friedlich und geordnet, Juweliere, Boutiquen, Restaurant, vor allem natürlich für die Kreuzfahrt Gäste.

Geplant war  Anker hoch morgens früh, nachdem wir aber am Tag vorher  mit unserem Dinghi vom Ankerplatz zum Jolly Harbour tuckerten haben wir beim festmachen von der nahen Bank schweizerdeutsche Worte aufgeschnappt und schon waren wir im Gespräch. Sie  haben sich sehr für die Schifffahrt interessiert, Dieter konnte ihnen vieles erklären über Ausrüstung Motor, Kurs abstecken, Seemannschaft etc. Unser Verlauf der Seereise  in Kurzform aufgezählt  von Inseln und Länder erzählt. Auch bekamen wir von Ihnen interessantes zu hören, nicht das Wasser sondern die Luft ist sein Element.  Fliegen ist seine Passion. Ein Oldtimer Bus selber restauriert, mit dem sie schöne Fahrten unternahmen das hat uns gleichermassen fasziniert. Haben uns also richtig gut unterhalten.

Letztendlich standen wir mit unseren leeren Benzinkanister an der Tankstelle vor geschlossener Tür. Die machen aber auch so früh zu.. Nun ja dann eben kein Benzin. Dann wollen wir  doch lieber mit Benzin fürs Dinghi und den Wassermacher losfahren.  Man weiss ja nie welche Strecken und welche Bedingungen man vorfindet, bei Gegenwind und Wellen wird es schwierig mit Paddeln, wenn nicht gar unmöglich. Ausklariert haben wir schon, haben also 24 Stunden Zeit Antigua zu verlassen. 

Wir entschliessen uns für einen schönen angenehmen Nachttörn, zumal auch der Mond uns sicher   begleiten wird. So bleibt viel Zeit doch noch Benzin zu holen. Um 15h30 ziehen wir den Anker hoch, aus dem wie ich immer sage Gletscherwasser, kein Gletscher weit und breit aber seichtes Wasser mit viel Sand. So wird aus sonst türkisblauem Wasser diese Mischung. Der Anker liegt nur in etwa 1m50 Tiefe. Ausserhalb vom Fahrwasser bis weit nach draussen ist es auch nicht viel tiefer, so ankern viele Schiffe noch 2-3 Meilen vor der Hafeneinfahrt.

Unser nächstes Ziel Basseterre auf St Kitts. 

 

Beaufort 5, Segel werden gesetzt, Gross wie so oft mit 2 Reffs später kommt noch der Besan dazu.  So wirds auch nicht brenzlig wenn der Wind ganz schnell zunimmt. Wir geniessen es mit Kaffee und Kuchen im Cockpit zu sitzen, und lassen Jatinga mit 5 Knoten durch die Wellen ziehen. Wind kommt immer mehr von achtern, wir schaukeln mal links mal rechts bleiben aber schön auf unserer Kurslinie. Wir sind zu schnell, berechnen die Ankunft neu. Nach und nach verkleinern wir unsere Segel. Ansonsten kommen wir noch vor Tagesanbruch an, das vermeiden wir eigentlich immer wenn es in ein uns unbekanntes Gebiet geht. Die immer stärker und queren Wellen, bringen mich dazu den Menueplan zu ändern. Anstelle einer  bunten  Gemüseplatte  gibt’s ein Birchermüesli. Im Moment plagen mich noch immer Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen …und ganz schlimm ist es mit dem linken Arm. Da fühlt man sich ganz unsicher, kann mich also nicht, wenn nötig bei dem hin und her tanzendem Schiff schnell mal festhalten,  womöglich in der anderen Hand eine heisse Pfanne jonglierend. Kein Problem Mein Skipper isst, was er bekommt.

Nach einigen kurzen Wachwechseln, für mich etwas längere und nur mit Genua 1/4 ausgerollt mit 2,5  Knoten Speed den  Ankerplatz erreicht. Mein Skipper vorne am Anker, ich am Steuer, die Sonne kommt  grad über den Berg, es ist 6 Uhr  23. März, eine ganz wunderbare Stimmung ist das, gut hab ich meinen Fotoapparat in Griffnähe, Niedergang in Eile runter liegt nicht drin, nebenbei fotografieren, auch nicht einfach,…vorwärts, rückwärts, nach backbord, Gas geben im Leerlauf,  mehr nach Backbord, geradeaus Ohren gespitzt, nachfragen und und und, aber Fotos sind im Kasten, hoffentlich auch brauchbar.

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind nicht die einzigen, 4 Kreuzfahrschiffe sind im Anzug, 2 Ankern in unsere Nähe die andern docken im Hafen an.

8h30 sind wir schon im Office von Imigration. Schiff und Personaldaten zur Abwechslung mal wieder von Hand ausfüllen, mit dem Vermerk ich soll feste drücken beim schreiben, Kohlepapier schon fast blank.   Die 2 fülligen Damen etwas mismutig kontrollieren, zwischendurch spähen sie vom Balkon auf den Anlegesteg der Tenderboote die immer mehr Gäste an Land bringen. Dieter macht ein paar Spässchen mit dem kleinen Sohn der Beamtin, und schon sind die Frauen viel netter. Meine Frage zu Beginn einklarieren und ausklarieren am gleichen Tag, verneinte Sie, jetzt geht es doch..  Käpt’n  unterschreibt, bezahlt 30 Ostkaribische $ Einklarieren und Ausklarieren in nur einem Beamten Marathon. Unten im Hafengelände noch mehr Betrieb, mit ausbooten der Kreuzfahrgäste. Ausserhalb der Securityzone werden auch wir bestürmt von unzähligen Anbietern für Inselrundfahrten. Haben wir eigentlich vor, aber nicht heute. Wir müssen ja noch zum Zoll im Porto Zante dem eigentlichen Kreuzfahrthafen. Hier um uns herum wieder Touristen, scharenweise strömen noch hunderte aus dem dem Bauch der 2 ganz Grossen die am Pier liegen.

Durch die Sicherheitszone durch ins Büro mit einer so hohen Theke, wir sehen nur Haare, einer streckt sich gewaltig nimmt unsere Formulare und Pässe, fragt nach  unserm Vorrat…. 3 Flaschen Wein 2x Rhum…., Abgestempelt, Erledigt, abgehakt, wir holen uns erste Eindrücke von der Stadt. Kaufen eine Gastland Flagge, konnten nirgends vorher eine finden. Normalerweise wird sie hochgezogen mit der gelben Q Flagge, bevor wir ins Hoheitsgebiet des jeweiligen Landes kommen.

Trinken Kaffee, lassen uns jetzt beraten, für die Tour, damit wir der netten Dame nicht durch die Lappen gehen, will sie uns gleich festhalten, wir aber bleiben dabei, morgen ist es besser für uns. Merken uns den Sammelplatz. Was für ein Pech aber auch, nicht nur für sie, nein auch für uns. Der Ankerplatz ist bekannt dafür dass Schwell aufkommt, wenn Wind von Ost ein paar Striche mehr südlich dreht, nehmen wir auch in Kauf, erst Inselrundfahrt dann  zur Whitehouse Bay, da soll es ruhiger sein, und auch schön zum schnorcheln. Die Nacht war so was von unangenehm, Jatinga rollt hin und her, auf und ab, fast kein Schlaf gefunden, müde stehen wir auf frühstücken, Kaffetassen fest in der Hand, dieser Schwell… Besser haben es die Crew von Yuana dem Schweizerboot gemacht, sind nach dem einklarieren wieder gegen Süden. Gut, rein ins Dinghi an Land, die Stadt zeigt sich total anders als gestern, fast menschenleer, keine Kreuzfahrtschiffe keine aufdringlichen Taxifahrer. Einen haben wir aufgespürt, wir sind aber nur zu zweit, er will dass wir mindestens für 4 Personen bezahlen, machen wir aber nicht, kleiner Einkaufsbummel nur für mich und jede Menge Verkaufspersonal. Wird mir zu anstrengend. Restaurant mit Wifi suchen, im Schatten sitzen, etwas trinken, das machen wir jetzt.

 

 

Jetzt sind wir bereit den Plan umzudrehen. Steuern Whitehouse Bay an. 13Uhr der Anker fällt bei   6m tiefem klaren Wasser. Verbringen da 2 schöne Tage mit Schnorcheln, fahren mit unsrem Bötchen zur nahen Ballast Bay schauen uns den 2015 neu eröffneten neuen Christopher Harbour an.  Liegt sehr geschützt, im Great Salt Point Lake. In der Werbung heisst es, wird Caribbean’s newest Superyacht Marina und Village sein. Der Erbauer und Inhaber hat so wie wir gehört haben sozusagen die ganze Umgebung dem Staat abgekauft. Einen Durchbruch von Ballast Bay zum Salzsee, also einen Kanal ausheben lassen.  Sieht für uns noch sehr steril und leer aus. In den noblen Boutiquen würde ich nichts finden, jenseits des Erlaubten, war aber doch interessant, die Anlage mal zu sehen

 

Am letzen Abend in der Bucht, wollen wir mal den Sundowner in der super tollen Salt Plage Bar mit Live Musik einnehmen. Geniessen unseren Drink in cooler Atmosphäre, unsere Jatinga im Visier im Abendlicht.

 

 

Versehen mit einem gelb leuchtendem Papierarmband steigen wir in den offenen Bus und los geht’s. Rasant vorbei am Circle,  Independece Square, an diesem Platz war bekanntlich früher der Sklavenmarkt, weiter im dichten Verkehr durch die Innenstadt. Am Kriegsdenkmal vorbei, kein Foto möglich, zu schnell, noch schneller weil ohne Kurven geht’s am Nistplatz vorbei, mit Hunderten der Vögel genannt, Egrets.

 

  im Park entdeckt.

 

Weiter an der Westküste, also dem karibischen Meer, rechts das Gebirge. Vorbei auch die zum Weltkulturerbe gehörende Festung am  Brimstone Hill. Fort George die im 18 Jahrhundert in fast 100 Jahren erbaut wurde von Sklaven. Schwer verdauliche Vergangenheit. Schade dieses historische Bauwerke hätte ich gerne von oben gesehen, Aufstieg zu steil, für die derzeitige Vefassung.

 

Weiter an einem ehemaligen Herrschafts Sitz, mit ehemals Zuckerplantagen,  jetzt eine Batik – Fabrik mit einem wunderbaren Garten.  Sagenhafter Anblick, der Assam Baum, hat sage und schreibe all den Stürmen und Hurrikane seit 400 Jahren standgehalten, wir sehen sonst so viele  geknickte Bäume und Palmen aller Art.

Noch ein Highlite dieser Tour, weiter bergwärts  erreichen wir Rommney Manor Sugar Plantation Wingfield Estate,  gegründet von einem ehemaligen Präsidenten,A dem 3. der USA, Thomas Jefferson. Einige Fetzen der Erklärung haben wir verstanden den Rest hab ich mir gegoogelt, unser waghalsiger Driver und Fremdenführer in einem, und mit  Sprachfehler. Nun stehen wir also vor oder in den Ruinen der einst blühenden Vergangenheit. Auf den ehemaligen Plantagen wächst nur noch wilder Zuckerrohr. Dekorative antike Rhumfässer  sind auch noch da.

 

 

 

 

 

Unser Gefährt geparkt an sehr abschüssiger Stelle am Anfang vom Regenwald, froh wieder heil auf der holprigen engen Strasse und  geschüttelt, rasen wir hinunter zur Küstenstrasse auf die  Ostseite der Insel zum nächsten Höhepunkt. Zur linken also der Atlantik, Ziel Timothy Hill. Ein fantastischer Ausblick, einzigartig, mit einem Blick erfassen wir links das Karibische Meer, rechts den Atlantik. 

 

Zurück mit vielen Eindrücken der kleinen Insel. Hunger in der sogenannten Foodecke gestillt

Trommeln und Gesang lockten uns in die Hauptgasse. Da sind sie also die Yoko-Jumbies. Volkskultur, normalerweise vollführen sie ihre Tänze während der Weihnachtszeit.

. 

Angelaufen wurde die Insel am 22.3 bis 27.3 2018

 

 

 

 

 

1 Comment

  1. Jürg Handloser · September 1, 2018 Reply

    Liebe Margrit, lieber Dieter

    Die Hektik beim Ankern hat sich gelohnt, mit der einen Hand am Steuer und in der anderen die Fotokamera. Das Sonnenaufgang-Foto gibt die geheimnisvolle schöne morgendliche Stimmung sehr gut wieder!

    Bezüglich Routenwahl, Ankerplatz-festlegung, administrative Abläufe beim Klarieren merkt man nicht nur Eure mittlerweile grosse Erfahrung sondern auch Eure Flexibilität.
    Auch mit widrigen Gegebenheit gelingt es euch offensichtlich gut umzugehen (verschlossene Tankstelle, rasender Busfahrer, etc.).
    Euer Ritual des gemütlichen Sundowner bietet sich direkt zu Nachahmung an.

    Für mich als Blogleser geniesse ich die mittelbare Teilnahme an Eurer grossartigen Reise sehr! Vielen Dank!

    Weiterhin alles Gute!
    Jürg

Schreibe einen Kommentar