Niederländische  Antillen : Aruba – Bonaire – Curaçao

Niederländische Antillen : Aruba – Bonaire – Curaçao

Curaçao : Teil 1

St. Martin;  haben mehr als einen Monat auf St. Martin verbracht. Aus diversen Gründen und wir hatten Zeit. Jetzt aber heisst es Anker lichten  und Segel setzen für unser nächstes Ziel, die A B C Inseln. Gemeint sind damit die Inseln der Niederländischen Antillen, Aruba Bonaire und Curaçao.

Sie liegen an der magischen 12 Grad Linie, das heisst 12 Grad nördliche Breite. Für uns Segler wichtig hier zu sein während der Hurrikan Saison. Es ist in aller Regel ein Hurrikan Hole, der letzte ist hier vorbeigekommen um 1890. Allerdings tropische Stürme gibt es auch hier.

Anker gelichtet und Segel gesetzt Marigot Baie um 17 Uhr mit Ziel Bonaire. Der Passatwind versprach eine flotte Segelei und es war auch so. Klare Nächte mit dem vollen Mond als Begleiter, abends an Backbord aufgegangen, um Mitternacht uns überholt und am frühen Morgen im Meer an Steuerbord untergetaucht. Haben sogar das Kreuz des Südens wieder gesehen.

aus dem Logbuch; 22 Uhr Kurs 226 Grad SE 5 Bft. 6,3 Kn. Segel : Gross 1 Reff,  Genua,1/4  Fock und Besan, laufen mit Autopilot. Helle Nacht mit Vollmond und Kreuz des Südens, kein Schiff weit und breit, alleine auf dem Ozean.

                                                                Ein unbeschreibliches Gefühl.

 

 

Dann heisst es Laaaaaand in Sicht! Das Timing war gut, 10 Uhr morgens. Man kann hier keine Insel nachts anlaufen, der Klippen und Korallenriffe wegen. Eine Segelanweisung, um 1850, nachts an unbekannten Ufern  — – immer 2 Pistolenschüsse Abstand halten! Wir halten uns daran, auch mit GPS.

 

Also Bonaire in Sicht, Hafenmeister aufgerufen für eine freie Boje, aber alle besetzt. Man muss wissen, in Bonaire ist striktes Ankerverbot.

Marinas angefragt, auch hier alles voll. Lange Gesichter, was machen. Es heisst lapidar, nach Curaçao weitersegeln.

 

Nach Willemstad, Curaçao nur 42 nm aber man kommt am Abend dort nicht rein. Eine schwimmende Brücke versperrt die Einfahrt ab 19 Uhr, nicht mehr zu schaffen. Segel gesetzt in Handtuchgrösse und immer noch 5Kn Speed. Wird eine lange Nacht werden, mit aufkreuzen vor der Einfahrt, so war es dann auch. Morgens um 7Uhr alles klar für die Einfahrt. Es warten schon andere Schiffe aus Venezuela kommend,  die hier die Märkte mit ihren Früchten bedienen.

 

 

 

Willemstad im Morgenlicht

Das Zollhaus

Pontjesbrug

Die Entstehungen der Namen von Ortschaften und Städte haben manchmal eine überraschende Erklärung.Wie Curaçao als Beispiel. Ob Legende oder Realität ist eigentlich heute nicht mehr so wichtig. Es könnte vom indianischen Wort Curacan, für“ Mächtig,  oder vom portugiesischen „Corauacu, was Herz bedeutet abstammen. Meine bevorzugte und schönste Erklärung ist historisch belegt. Bei einem kurzen Zwischenstop auf der Insel hat Amerigo Vespucci seine skorbutkranken Matrosen auf der Insel zurückgelassen, damit sie dort in Ruhe sterben konnten. Zehn Monate später, als er dort wieder Proviant laden wollte, wurde er von seinen totgeglaubten Männern fröhlich begrüsst. Dieses Wunder veranlasste ihn zu der Eintragung auf seiner  Seekarte „Curaçao. vom portugiesischen Wort für „heilen abgeleitet.

Das Wunder, das Vespucci in seinem Reisebericht beschrieb, wurde erst 1747 aufgeklärt.Ein englischer Marinearzt gab den an Skorbut erkrankten Seeleuten kleine Limonen, die er aus den Beschreibungen Vespuccis kannte und heilte sie damit. Erst 50 Jahre später zog die britische Admiralität daraus die Konsequenz und ordnete an, das jeder Matrose täglich eine Limone zu bekommen habe. Auch der berühmte James Cook nahm auf seiner dritten Expedition 1776 Limonen mit und Fässer mit Sauerkraut.

Seitdem werden die Briten in der Karibik „Limeys genannt!

Natürlich von den Amerikanern und leicht abschätzig.

Willemstad

Die schicke Stadt schmückt sich mit einer farbenfrohen, holländischen Architektur des 17 und 18 Jahrhundert. Ob Wohn – oder Geschäftshaus, Regierungsgebäude, alle mit schön gestalteten Giebeln und hohen Satteldächern sind platzsparend aneinander gebaut.

 

 

Der damalige Gouverneur Albert Kikert glaubte, seine Kopfschmerzen werden durch das blendende Weiss der gekalkten Häuser verursacht und ordnete an, sämtliche Häuser der Stadt mit Pastellfarben zu bemalen. Seit dieser Zeit hat sich die überall auf Insel anzutreffende Farbenvielfalt erhalten.

Aussergewöhnlich in der Karibik und heute Weltkulturerbe.

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Unsere Aufgabe hier zum Zoll und Imigration. War unkompliziert und es ging rasch.

Im Handbuch heisst es  —-  es gibt keinen Zoll und Imigration in der ganzen Karibik die freundlicher sind als hier. Jaja die Holländer gefallen mir : dankjèwel.

Haben hier auch noch 17,60 NAF bezahlt, für den Ankerplatz 2 Monate Spaanse Water.

Noch ein Wort über die“ Koningin Emmabrug, genannt Pontjesbrug, gebaut 1888.

Die einzige schwimmende Drehbrücke auf der Weit, 168 m lang und auf 16 Pontons ruhend. Sie verbindet die historischen Stadtteile Punda mit Otrobanda.

Man ruft die Brücke auf, eine rote Flagge wird gehisst, der Brückenwärter startet einen riesigen Aussenborder und zieht die Brücke parallel zum anderen Ufer. Bleibt sie länger offen, kommt eine Gratisfähre zum Einsatz! Schuhe können anbleiben.

Ursprünglisch als Mautbrücke gebaut, musste man beim überqueren einen Obolus bezahlen. Ausgenommen die Armen, die keine Schuhe hatten. Das wurde ausgenutzt. Die „Reichen waren sich nicht zu Schade, sich beim überqueren der Brücke ihrer Schuhe zu entledigen!

Da es in Willemstad, Bucht Schottegatt keinen Platz für Jachten hat, haben wir nach Spaanse Water verholt, einer grossen  Naturbucht. Von hier geht auch ein Bus zur Stadt, preiswert.

 

 

Achtung

 

Hier liegen viele Jachten vor Anker, die auf das Ende der Hurrikan – Saison warten.

 

 

Curaçao :Teil 2

Wir hatten nun Ausgiebig Zeit und Musse, die Umgebung von Willemstat zu erwandern und entdecken.

Die Stadt besteht aus zwei Teilen , Otrobanda, die andere Seite, wie es auf  Papiamento heisst und Punda. Punda ist das Geschäftsviertel zum Einkaufen und flanieren.

Otrabanda

 

 

 

 

 

Punda

 

 

Hier sind viele Banken, Juweliergeschäfte und elegante Cafes sowie die Altstadt mit der ältesten Synagoge. Hier findet man auch den schwimmenden Gemüse –  und Fruchtmarkt, bedient von den Venezolanern auf Ihren Booten.

 

Die wunderschöne Häuserfront am Wasser, genannt „Handelskade  findet man ebenfalls hier, mit Pontjesbrug.

 

Ich meine auch, dass man hier häufiger Niederländisch spricht als in Otrabanda. In Otrabanda hat es mehr Geschäfte für den täglichen Gebrauch und oft preiswerter. Und hört öfters Papiamento , die Sprache der ehemaligen Sklaven.

Vor ein paar Tagen war hoher Besuch angesagt, der König der Niederlande wurde erwartet. Es galt eine Flagge einzuweihen zum Tag “ Dia di Bandera  in Papiamento   oder auf Niederländisch

„Dag van de Vlag.   Ein Feiertag und Festtag. Alles ist auf den Beinen.

 

Hier weiss man auch sonst Feste zu feiern, zu lachen und zu tanzen. Jeden Donnerstag am Abend von ca. 18 Uhr bis 22 Uhr gibt es in der Altstadt ein kleines Fest gegen die Lageweile.

 

 

An allen Ecken stehen Musiker und spielen zum Tanz auf und zur Unterhaltung. Der örtliche Harley Davidson Club brettert mit seinen Motorrädern durch die Stadt

 

,sowie der Oldtimer Automobilclub präsentiert die restaurierten  Mustangs. Man kann nur staunen.

Heute lag auch noch ein grosses Kreuzfahrtschiff an der neu errichteten Super – Pier. Da kommt keine Langeweile auf.

Ich glaube, dass jedermann ob der vielen Bilder einen Eindruck bekommt über das Leben und die Lebensfreude hier auf der Insel.

Jetzt noch ein paar Wörter in Papiamento oder auch Papiamentu : Kreolsprache.

Herzlich Willkommen

Papiamentu entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert auf Curaçao. viel später auch auf Aruba und Bonaire. Erst durch die Besiedelung der Niederländer begann der Aufschwung der Sprache. Die Sklaven durften kein Niederländisch lernen und sprechen!

Die  Kreolsprache entstand aus den afrikanischen Sprachen der Sklaven, sowie Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch und aus der Sprache der aus Brasilien geflohenen Sephardischen Juden.

Später erfuhr das Kreolische eine Hispanisierung durch spanisch – katholische Missionare.

Heute sprechen ca.260 000.Menschen Papiamentu und man ist bestrebt, die Sprache zu erhalten und auch zur Amtssprache zu erheben.

Auf einem Foto sieht man das Wort Dushi, = nett, sexy, lieb, Schatz.

Ki dia nos ta topa atrobe? Wann sehen wir uns wieder?

Bis bald einmal und wie es auf Papiamentu heisst: DANKI = Danke

2 Comments

  1. Otti/Wout · Juni 14, 2018 Reply

    Hallo Margriet und Dieter

    Euch geht es wirklich gut. Das Ganze ist eine tolle und interessante abenteuerliche Reise.
    Diese neue Bilder der Niederländischen Antillen lassen bei uns ein gewisses Heimweh
    aufkommen,da wir hier auch waren in 2014.
    Für mich als Holländer hatte ich schon lange das Ziel gehabt, diese Region zu besuchen.
    Auch Suriname habe ich 1 Jahr lang besucht inkl. British- und Französisch Guyana.
    Das lag allerdings schon lange zurück n.l. in den Jahren 1957/1958.
    Habe seitdem die ganze Welt bereist und war in über 60 Länder dieser Erde wovon
    einige mehrmals. Leider nie mit einem Segelschiff. Inzwischen ist die Zeit enorm schnell
    vorbei gegangen und musste mit 80 Jahre noch einen gezwungenen Wohnungswechsel vornehmen.
    Aber das war auch wieder eine schöne Angelegenheit und sind jetzt happy . Weitere Reisen waren
    diese Jahr wieder nach Holland. Ende September geht es nach Süd-Spanien und Ende Jahr nach Thailand.
    So bleiben auch wir im Schwung. Horst ist auch wieder in der Schweiz und lebt auf seinem Segelschiff.
    Anfangs Oktober geht er wieder zurück nach Kolumbien.
    Ja, wir sind soweit noch gesund und hoffen, dass es noch lange so bleibt.
    Wir grüssen Euch herzlichst und schauen wieder nach der Hurricane-Pause wohin Eure Reise hinführt.
    Alles Gute und Ship Ahoy.
    Otti und Wout

  2. Jürg Handloser · September 1, 2018 Reply

    Liebe Margrit, lieber Dieter

    Diese «Titel»-Foto der Frau mit dem blauen Kopftuch ist phänomenal! Publikationsreif.
    Auch alle anderen Fotos sind ausnehmend schön, sensationell!; von den Sujets, dem Ausschnitt, den Farben, den herrlichen Farben und der Aussage her!
    Die Auswahl lädt einen direkt zur Teilnahme am Erlebten ein.

    Mit diesem farbenfrohen Beitrag über die niederländischen Antillen hat sich meine bisherige vorstellung von Aruba, Bonaire und Curacao massiv zum Positiven verändert.

    Jürg

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