DIE Doldrums, ein Kugelfisch und der Äquator.

 

 

 

Banjul

3.04  17°° Uhr, Anker auf.

Von Gambia aus sind wir am späten Nachmittag los. Bei ablaufender Tide den Gambia River runter in den Atlantik. Unser Ziel: Brasilien, Recife. Das sind ca 2000 Meilen, nautische versteht sich. Einen ersten Dämpfer gab es schon am Anfang, starke Strömung gegenan und den Wind auf die Nase. Zum aufkreuzen fehlt uns der Seeraum, alles Untiefen. Die Küste hier ist sehr flach, also Motor an und den Bojen der Grosschiffahrt folgend.  Am frühen Morgen ist es geschafft, wir können Segel setzen und eine  Backstag – Brise beschert uns eine flotte Fahrt.

Doch nur kurze Zeit und die erste Flaute steht an. Daran werden wir uns noch gewöhnen müssen. Etmale von über 100 Meilen und mehr gehören jetzt der Vergangenheit an. Der Tagesablauf ist immer gleich, lesen, schlafen, Wache halten, die Automatik der Steuerung im Auge behalten und essen.

Sehr wichtig sind die Wolken beobachten, plötzliche Böen und heftige Regenschauer aus dem Nichts heraus sind immer möglich, also aufgepasst. Am fernen Horizont mehrmals beobachtet. Wasserhosen. Waren ca 8 – bis 10 Meilen entfernt, Durchmesser geschätzt 20 mtr. eine gewaltige

Wasserdampfsäule die himmelwärts zieht,  unser Deck wäre wohl leergefegt gewesen. Hier entstehen die Hurricane. Ansonsten ist der Kalmengürtel, auch Intertropicale Convergence Zone genannt, 300 bis 400 Meilen breit.

 

Hier sind wir jetzt, in den Doldrums, der Oxford Dixtionary meint eine Verbindung von dull – trüb – langweilig, und tantrums – Koller, Wutanfall. Jedenfalls ein Wort der englischen Segler. Unser Etmale sind jetzt nur noch 60 bis 75 Meilen. Alle Leichtwindsegel sind oben und der Motor läuft öfters.

Um Strom zu sparen wird von Hand gesteuert.Doch dann ist es plötzlich soweit, nur noch ein paar Meilen bis zum Äquator.

Tag 16    18.04 .09°°36 UTC 2017  030° west.

 

Eine grosse Feier wird es nicht werden, haben einen Äquatorkuchen gebacken. Den halben Weg geschafft. Wenn man wie wir, immer nur relative kurze Strecken segelt, also ca 200 bis 500 Meilen, neigt man zur Ungeduld. Also noch mal den Motor an, leichter Schlag gegen Westen, soll mehr Wind sein???

Haben uns natürlich eine Routenberatung vom Seewetteramt Hamburg kommen lassen, über unser Iridium Telefon. Die Daten hat uns unsere Tochter übermittelt!

 

 

 

Ja, der Motor. Mal wieder gestartet, das Ohr des Skippers hört natürlich jede Veränderung im Geräuschpegel, auch dieses Mal. Kein Wasser im Auspuff! Stop den Motor, was ist los. Seeventil zu.? Nein, Seewasserfilter leer! Ein Schlauch defekt, nein, alle Anschlüsse sind dicht. Der Impeller defekt, aufgeschraubt, nein auch nicht. Also ein Plastik vor dem Seeventil, aber mitten auf dem Ocean? Schlauch ab, Seeventil auf, nur Wassertropfen kommen heraus. Mit einem Haken den Pfropfen herausgeholt, ein Wasserschwall folgend, Seeventil zugemacht. Den Pfropfen unter die Lupe genommen. Unser Erstaunen war gross, ein Kugelfisch hat dort seinen Platz gefunden, warum auch immer. Jetzt läuft er wieder, der Motor, mit normalen Geräuschen, Skippers Ohr sei Dank!

Dann die Entscheidung, wir steuern den Archipel Fernando de Noronha an. Brauchen eine kurze Pause und vielleicht noch Diesel. Ausserdem findet Zoe, unsere Tramperin,  dort wäre eine gute Gelegenheit zum Tauchen und Schnorcheln. Ihr Freund käme von Brasilien und ist mit von der Partie. Also gut, abgemacht.

Die Gastlandflagge wird gehisst.

Fernando de Noronha, Morro do Pico.

Isla Rata

 

Im Nachhinein betrachtet für uns nicht so Ideal. Sehr teuer die Insel und der Diesel hätte auch noch gereicht. Kaum Wanderwege.

Der Chef

Dann weiter, jetzt mit besserem Segelwind, müssen aber Recife abschreiben, ein Südost – Wind bringt uns nach dem Estado Paraiba, weiter nördlich. Den Rio Paraiba hoch und festgemacht in der Marina Village Jacaré.  Jacaré gleich Krokodil. Hier sind wir im Moment. Mit uns die brasilianische Regenzeit!

 

 

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